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KIDS

Es gehörte von Anfang an zum Konzept des Kiaragana Kinderheims, dass vor der Aufnahme eines Kindes umfassende und sorgfältige Recherchen zu den Lebensumständen des Kindes, seiner Herkunft, seinem Schicksal und seinen Verwandten durchgeführt wird. Das ist eine aus mehreren Gründen sehr wichtige und unbedingt notwendige Aufgabe.

  1. Kinder, die bereits in kriminellen Banden oder in Drogensucht (billigste und schon für Kinder erschwingliche Variante Klebstoffschnüffeln) Zuflucht gefunden haben, können nicht in unserem Kinderheim aufgenommen werden.


  2. Bei bettelnden Kindern müssen die möglichen Verwandten ermittelt werden und ob diese in der Lage sind, die Versorgung der Kinder zu übernehmen. Bei Eltern betreffenden Unglücksfällen ist es in Kenia üblich, dass die näheren Verwandten, wenn irgend möglich, sich um die verwaisten Kinder kümmern. Weiter entfernt lebende Verwandte sind den betroffenen Kindern möglicherweise unbekannt oder können von ihnen nicht aufgesucht werden.


  3. Die verwandtschaftlichen Beziehungen sind auch aus einem zweiten Grund von elementarer Bedeutung. Jüngere Kinder, die ihre Eltern verloren haben, können ihre Verwandten gar nicht alle kennen und in diesem Alter natürlich auch noch nicht selbst erfragen. Wenn sie dann später nach Erreichen einer gewissen Selbständigkeit das Heim verlassen wollen, ist es wichtig für sie, ihre Verwandten, ihre Herkunft und ihr Schicksal vor dem Heimaufenthalt zu kennen.


  4. Das vorherige Schicksal der Kinder, ihre Lebensumstände und ihre erlebten Traumatisierungen sind auch wesentlich für alle Erzieher bzw. Betreuer im Kinderheim. Oft geht es nicht nur um eine physische Rehabilitation durch Essen, Bekleidung, Schlafplatz und Hygiene, sondern vor allem um eine psychische durch die Vermittlung von familiärer Geborgenheit, den Ausgleich von Sozialisierungsdefiziten oder durch die Überwindung der erlebten Traumatisierungen.


Diese Recherchenaufgabe wird bei uns von den Center-Managern wahrgenommen und erfordert menschliches Feingefühl, die Kenntnis unterschiedlicher Dialekte, das Vertrauen der jeweiligen Nachbarn, einen geschulten Blick zur realen Bewertung der jeweiligen Lebenssituationen, viel Geduld und Ausdauer sowie auch und vor allem viel Zeit. Die Non Governmental Organization (NGO) KICOSHEP, die sich um AIDS-Waisen im größten Slum von Nairobi (Kibera) kümmert, sieht diese Aufgabe ebenfalls als wichtig und notwendig an und hat dafür ausgebildete und speziell geschulte Sozialarbeiter eingestellt.

Es ist uns klar, dass diese Rechercheergebnisse sehr private Informationen über die Kinder enthalten, die zu den internen Unterlagen des Kinderheims gehören und keineswegs im Detail veröffentlicht werden sollten. Wir haben darüber ausführlich diskutiert und wollen keine sensationslüsterne, vordergründig Mitleid- bzw. Spenden-erheischende Darstellung unserer Kinder oder ihrer vorherigen Lebensbedingungen. Andererseits ist für einen Verein der Vororthilfe der Kontakt zwischen ehrenamtlich tätigen Freiwilligen bzw. Spendern auf der einen Seite und den von ihnen unterstützten Kindern andererseits unbedingt notwendig.

Deutsche Spender oder Freiwillige können sich in der Regel nicht vorstellen, unter welchen konkreten Bedingungen von Armut, Elend, Not und Verwahrlosung die kenianischen Kinder vor ihrem Aufenthalt im Kinderheim gelebt haben und welche Traumatisierungen sie schon als Kleinkinder erfahren mußten. Deutsche Freiwillige, die ehrenamtlich vor Ort tätig sein wollen, müssen unbedingt die Kinder und deren Schicksal kennen, um ihr Verhalten danach ausrichten zu können. Ansonsten erscheint eine effektive Einordnung in die Betreuung nicht möglich und sie könnten, obwohl gutgemeint, mehr Schaden als Nutzen anrichten.

Spender und Freiwillige sind erst bei Kenntnis der Ausgangssituation in der Lage, die bisher erreichten Leistungen unseres Kinderheimes, die sich in einer ganz erstaunlichen Entwicklung der Kinder manifestieren, realistisch einzuschätzen. In die folgenden Beschreibungen der Kinder wurden daher nur einige ausgewählte private Informationen aufgenommen, die unter den 3 zuletztgenannten Aspekten für relevant erachtet wurden.

KIDS KENIA BILDER ...because of the children
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