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HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN... × Was für Kinder sind im Kinderheim (Center)? × Wofür wird am nötigsten Geld gebraucht? × Wer betreibt das Kinderheim? × Wer kümmert sich vor Ort um die Kinder? × Wie ist das Schulsystem in Kenia aufgebaut? × Was sind die größten Probleme Vorort? Was für Kinder sind im Kinderheim (center)? × Es sind zweifellos die ärmsten Kinder des Embu-Distrikts, die ansonsten nur wenig Überlebenschancen und keinerlei Hoffnung hätten, einmal aus der Armutsspirale ausbrechen zu können. Eine schulische Ausbildung bliebe ihnen mit großer Sicherheit völlig versperrt. Es handelt sich zumeist um Waisen- oder um Straßenkinder, die kein Obdach und keine familiäre Geborgenheit haben und sich die Nahrung auf der Straße erbetteln mussten. Es kann aber auch sein, dass diese Kinder zwar noch Verwandte besitzen, die aber außerstande sind, die Grundbedürfnisse der Kinder abzusichern. » nach oben Wofür wird am nötigsten Geld gebraucht? × Für Nahrung: Dürren und Unwetter lassen die Preise für Grundnahrungsmittel (Mais und Bohnen) stark schwanken. Hinzu kommt seit 2007/2008 die globale Knappheit an Nahrungsmitteln und die dadurch erheblich gestiegenen Preise für Grundnahrungsmittel. Für Bildung: Schulausbildung, d.h. Schuluniformen, Schulgebühren, Bücher und Lernmittel Für Feuerholz: Feuerholz ist der Energiespender Nr. 1 in Afrika. Da das Center keinen Strom- und Wasseranschluss hat, läuft ohne Feuerholz gar nichts. Nahezu alle Bäume in Kenia sind in Privatbesitz und sehr teuer. Für Bekleidung: Jeder der eigene Kinder hat, weiß, dass das Einkleiden von 27 Kindern bzw. Jugendlichen einen festen Betrag im Familienbudget einnimmt. Das trifft selbstverständlich auch für unser Kinderheim zu, obwohl die Bekleidung bis auf Schuluniformen ausschließlich auf Gebrauchtwaren-Märkten eingekauft wird. Die Schuluniformen müssen in Abhängigkeit von der Körpergröße angefertigt werden. Sie werden, wenn zu klein, an die Jüngeren weitergegeben. Jedes Kind besitzt neben der Alltagskleidung für die sonntäglichen Kirchenbesuche und andere Höhepunkte im Kinderheimleben auch eine "Festtagskleidung", die besonders gepflegt und geschont wird. Für Obdach: Obwohl ein großer Teil der Gebäude und Einrichtungen des Kinderheims allein oder durch Mithilfe von Freiwilligen errichtet wurde, steht unser Center einschließlich der Shamba auf Pachtland, wofür regelmäßig Pacht an die Landbesitzer zu entrichten ist. Die Instandhaltung wird durch Freiwillige und durch die angestellten Betreuer wahrgenommen. Verschleißartikel müssen dennoch gekauft werden. Für Betreuung: Die Betreuung von 27 Kindern bzw. Jugendlichen kann unmöglich auf der Basis von wechselnden und zeitweilig anwesenden Freiwilligen vorgenommen werden. Dazu sind unbedingt engagierte und einfühlsame Angestellte notwendig, für die ein Gehalt zu bezahlen ist. » nach oben Wer betreibt das Kinderheim? × Das Kinderheim wird von 3 Vereinen betrieben und finanziert, einem kenianischen (CREDO) und zwei deutschen ("I SEE", Marburg sowie "Vororthilfe KIDS - Kenia", Lübeck). » nach oben Wer kümmert sich vor Ort um die Kinder? × Seit 01.01. 2001 sind im Kinderheim 5 ehemalige kenianische Freiwillige fest angestellt, zwei Männer als Center-Manager, zwei Frauen als Center-Mütter sowie ein Nachtwächter. Mit der Vergrößerung des Kinderheims seit dem 01.01.2007 mussten zwei weitere Frauen als Center-Mütter angestellt werden. Die Manager und die Mummies fungieren als wichtige Bezugspersonen für die große Centerfamilie. Die Männer und die Frauen machen ansonsten das, was Väter und Mütter auch in einer deutschen Großfamilie zu erledigen hätten. Die Mütter beispielsweise das Zubereiten der Mahlzeiten, den Abwasch, das Abkochen des Flußwassers, die Säuberung und Instandhaltung der Bekleidung, das Achten auf die Einhaltung der Hygiene bei den Kindern und auf Ordnung in den Räumen, die Einbeziehung der Kinder in häusliche Aufgaben, das Haareschneiden, die Versorgung der Tiere, die Beschäftigung mit den einzelnen Kindern.... Hierbei ist zu berücksichtigen, dass es im Kinderheim weder einen Wasser- noch einen Stromanschluss gibt. Damit entfallen alle im deutschen Haushalt üblichen elektrischen Haushaltshelfer und das Wasser muss über weite Strecken geschleppt werden. Die Männer erledigen handwerkliche Aufgaben, helfen auch bei der Shamba-Bestellung und Ernte, erledigen den Einkauf in Runyenjes und den Transport der Nahrungsmittel auf dem Fahrrad nach Kiaragana, kaufen Feuerholz, sägen, hacken es.... Der Feuerholzbedarf ist bei einer so großen Familie, wo auch noch das Trinkwasser aus hygienischen Gründen unbedingt abzukochen ist, groß. Die Anstellung eines Nachtwächters ist aus Sicherheitsgründen in Kenia notwendig und üblich. » nach oben Wie ist das Schulsystem in Kenia aufgebaut? × Vor 2004 bestand in Kenia keine Schulpflicht, jetzt wird diese zwar gesetzlich gefordert, ihre Einhaltung aber nicht überprüft. Vor 2004 (unter der Regierung von Arab Moi) musste weiterhin jeden Schulbesuch Schulgeld entrichtet, eine Schuluniform angeschafft und die Lehrmittel bezahlt werden. Kindern aus Familien, die das nicht aufbringen konnten, war eine Schulausbildung nicht möglich. Es konnte auch sein, dass lediglich ein Kind einer großen Familie ausgewählt wurde (dann in der Regel ein Junge), der zur Schule gehen durfte. Reichte das Geld im Folgejahr für den Schulbesuch nicht aus, so musste ausgesetzt werden. Seit 2004 hat sich die Situation unter der Regierung von Kibaki insofern verbessert, dass für die Schulerziehung bis zur 8. Klasse kein Schulgeld zu zahlen ist, die Kosten für Uniform und Lernmittel müssen dennoch von den Eltern übernommen werden.
Die Secondary School ist gebührenpflichtig und ist somit nur wenigen vorbehalten. Der Abschluss der Secondary School ist vergleichbar mit dem Abitur in Deutschland. Je nach Geld und sozialer Stellung werden die Kinder normalerweise mit 4 Jahren eingeschult, aber auch das ist nicht fest geregelt. Daher sind große Altersunterschiede innerhalb der Klassen keine Seltenheit. Viele Familien in Kenia sind trotz alledem nicht in der Lage ihre Kinder in die Schule zu schicken, da ihre Arbeitskraft gebraucht wird, um die Grundbedürfnisse der Familie täglich zu sichern. » nach oben Was sind die größten Probleme Vorort? × Das größte Problem sind die stetig ansteigenden und ständig schwankenden Nahrungsmittelpreise. Hierbei sind prinzipiell 2 Veränderungstypen zu unterscheiden, die sich teilweise überlagern und eine sichere Kostenvorhersage erschweren oder sogar unmöglich erscheinen lassen. Ein langfristig "schleichender" Preisanstieg resultiert einmal aus der Inflationsrate und zum anderen aus der weltweiten Verknappung an Nahrungsmitteln gekoppelt mit erheblichen Steigerungerungen der Herstellungs- und Transportkosten (z.B. für Saatgut, Dünger, Futtermitteln und Energie). Wie aktuelle TV-Berichte aus Haiti, Ägypten, Mexiko und der Dominikanischen Republik zeigen, betrifft das die sogenannten Entwicklungsländer in besonderem Maße. Der zweite Veränderungstyp, ein eher afrikatypischer, wirkt kurzfristig und ist noch erheblich dramatischer. In einem solchen Fall kann es durchaus vorkommen, dass sich der Preis für Mais, Reis oder Bohnen innerhalb von zwei Monaten verdreifacht. Ursache solcher Preisexplosionen für Grundnahrungsmittel können ausfallende Regenzeiten (Dürren) oder extrem ergiebige Niederschläge (Überschwemmungen) in Teilen oder in ganz Kenia sein, wobei zumeist Millionen von Kenianern betroffen sind. Wegen der in den Tropen nur begrenzt möglichen Vorratswirtschaft schlagen sich solche Veränderungen sofort in einem explosiven Anstieg aller Nahrungsmittelpreise nieder. Unter solchen Bedingungen finden auch Rinder, Schafe oder Ziegen kein Futter und sogar die Versorgung von Hühnern oder Kaninchen wird erschwert oder unmöglich. Unter solchen Bedingungen hat die Center-eigene Nahrungsmittelproduktion eine besondere Bedeutung. Wegen der stark begrenzten Fläche kann diese aber keinesfalls den Kinderheimbedarf decken. » nach oben |
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